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18.09.2020 · 21:08  
Was ist Klangmassage und und wie wirkt sie ? Drucken

Uralte Erkenntnisse über die Wirkung von Klängen, die schon vor 5000 Jahren in der indischen Heilkunst ihre Anwendung fanden, liegen der Klangmassage zugrunde.In der östlichen Vorstellung entstand der Mensch aus Klang, ist also Klang. Nur der mit sich und seiner Umwelt im EIN-KLANG lebende Mensch ist demnach in der Lage, sein Leben frei und kreativ zu gestalten. Noch heute nimmt die heilende Kraft der Klänge in der Hindu-Universität in Varanasi in Nordindien einen breiten Raum der Lehre ein.

Peter Hess, Diplom-Ingenieur und Pädagoge hat die Methode der Klangmassage aufgrund vielfältiger Klangerfahrungen in Tibet und Nepal entwickelt und dieses Wissen in jahrelanger Forschung und Praxis an die Bedürfnisse der westlichen Kulturen angepasst.

Forschungen und gemeinsame Experimente mit Wissenschaftlern sind die Grundlage der Klangmassage. Die Klangmassage wurde in erster Linie als Entspannungsmethode entwickelt. Von sanfter, aber hochwirksamer Entspannung hat sie sich seit 1984 in viele Anwendungsbereiche hinein weiterentwickelt und wird dort von den entsprechenden Fachleuten zur Behandlung bestimmter Probleme und Krankheiten eingesetzt. Sie reichen mittlerweile von der Geburtsvorbereitung und der Förderung von Klein- und Schulkindern über die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien, dem Einsatz in Heil- und Heilfachberufen, in der Psychiatrie und der Psychotherapie, in der Behindertenarbeit, der Altenpflege bis hin zur Sterbebegleitung.

Entspannung mit Klangmassage braucht nicht trainiert zu werden! Vaitl/Petermann (2006, S. 21) beschreiben Entspannungsverfahren als übende Verfahren. Die Klangmassage unterscheidet sich hier von Methoden wie dem Autogenen Training oder der Meditation. Sie muss i.d.R. nicht geübt werden, sondern entfaltet ihre entspannende Wirkung meist bereits beim ersten Mal. Natürlich ist auch bei der Klangmassage ein "Konditionierungseffekt" festzustellen. D.h. je öfter man Klangmassagen bekommt, desto schneller und leichter kann sich Entspannung einstellen. 

Die Entspannung geht, wie nachfolgend beschrieben, mit einer veränderten, körperlichen Wahrnehmung einher. Stressbedingte Symptome wie Schmerzen, Bewegungseinschränkungen, Sensibilitäts- und Wahrnehmungsstörungen, depressive Verstimmungen oder innere Unruhe können dabei gelindert werden. Auch Angst als ein häufiger Stressor, der sich negativ auf unseren Organismus auswirkt (vgl. Flachsmeier, 1999, S.59) scheint durch die Klangmassagen reduziert werden zu können. Im Sinne dieser stressreduzierenden Wirkung der Klangmassage (Stress-Studie/Forschungsbericht, Verlag Peter Hess) kann diese einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Gesundheit leisten und sowohl Krankheit vorbeugen als auch Genesungsprozesse als begleitende Methode unterstützen. 

Die Klangmassage wirkt durch das umfassende Angebot von obertonreichen, harmonischen Klängen der Klangschalen ganzheitlich auf Körper, Seele und Geist.

Sie wirkt ...

gesundheitsfördernd auf der Zellebene:
Die Klangwellen breiten sich wohltuend als feine Schwingungen im ganzen Körper aus, eine sanfte Massage und Harmonisierung jeder einzelnen Körperzelle. Klangschalen geben mit ihren harmonischen Klangmustern Struktur und Ordnung, an denen sich körpereigene Impulse wieder ausrichten können. Schützende Selbstheilungskräfte können aktiviert werden.

heilsam auf die Psyche: Sie ermöglicht ein sehr schnelles Erreichen tiefer Entspannung, da Klang das ursprüngliche Vertrauen der Menschen anspricht. Klangwellen erzeugen ein tragendes Umfeld, das an die geschützten Bedingungen im Mutterleib erinnert. Basis für Wahrnehmung von Selbstsicherheit und Urvertrauen. Die frühere Bindungserfahrung im Mutterleib kann dadurch wachgerufen werden. In der Entspannung entsteht das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit.

beruhigend auf den Geist: Bei einer Klangmassage wird ein Tiefenentspannungszustand erreicht, der Alpha-Zustand. Mit einer Frequenz von 13,8 Hertz erreichen die Schallwellen das menschliche Gehirn und ein Gefühl von Ruhe und Zufriedenheit stellt sich ein. In der Klangentspannung können Körper, Geist und Seele neue Energie tanken und wieder in Harmonie miteinander und mit ihrem Umfeld kommen. Die hektischen Gedanken des Alltags können losgelassen werden; Ruhe und Stille können geschehen. Aus der Leere kann Neues erwachsen und Klarheit entstehen. Die Klangmassage hilft dem Menschen wieder zu sich zu kommen, nicht mehr außer sich zu sein, sie bringt den Menschen wieder in seine Mitte, so dass er gelassen sein kann, nicht mehr in den Problemen steckt, sondern zum Betrachter der Probleme und Aufgaben wird. Aus dieser Sicht klärt sich der Blick, Ziele werden wieder deutlich, Aufgaben können bewältigt werden. Die Klangmassage hilft dabei, hinzusehen, Dinge anzugehen, sie zu verändern und dem Leben wieder lustvoll und neugierig zu begegnen.

Der Ansatz der Klangmassage unterscheidet sich in ihrer ganzheitlichen Sichtweise des Menschen und in ihrem Fokus auf die Ressourcen, das Funktionierende, das Gesunde von vielen anderen Methoden und Vorgehensweisen.

Die Klangmassage holt den Menschen dort ab, wo er gerade steht. Krankheiten und Probleme werden in der Klangmassagebehandlung nicht zielgerichtet angesprochen. Vielmehr wird die Aufmerksamkeit vom Problem weggelenkt. Gestärkt werden soll das Gesunde und Funktionierende. Der Behandelte wird darin unterstützt, Vertrauen in sich selbst zu finden und an seine Fähigkeit zu glauben, den Heilungsprozess selbst aktiv zu gestalten. In der Klangmassage steht der gesamte Mensch im Mittelpunkt.

Physiologische Kennzeichen der Entspannung (vgl.Ross 2009, S.148 ff):

  • Neuromuskuläres System: Es kommt zu einer Abnahme der Reflex-Tätigkeiten, der Zahl aktiver motorischer Einheiten sowie der EMG-Signale
  • Kardio-vaskuläres System (Herz-Kreislauf-System): es resultiert eine Absenkung der Herzrate, des Blutdrucks und eine Erweiterung der peripheren Gefäße (Wärmeempfinden).
  • Respiration (Atemsystem): es kommt zu einer allgemeinen Dämpfung, die Inspirationsphase steigt, der Sauerstoffverbrauch und die Kohlendioxid-Produktion sinken, die Atmung wird flacher und gleichmäßiger.
  • ZNS (Zentrales Nerven System): im EEG ist eine Zunahme der Alpha-Wellen und Theta-Wellen sichtbar.
  • Stoffwechsel: der Blutzuckerspiegel steigt, der Cholesterinspiegel, das Speichel-Cortisol und das Norepinepherin sinken.
  • Elektrodermale Eigenschaften: der Hautwiderstand steigt bzw. die Hautleitfähigkeit nimmt ab (Schweißdrüsen-Aktivität sinkt).  

Psychologische Kennzeichen der Entspannung (vgl. Ross, 2009):

  • Mentale Frische
  • Nach innen gerichtete Aufmerksamkeit
  • Erhöhung verschiedener Wahrnehmungsschwellen für äußere Reize
  • Vermehrtes assoziatives Denken
  • Affektive Indifferenz (Gefühl der Gelassenheit) (vgl. Derra, 2006; Vaitl/Petermann, 2000)

Aktivierung folgender Hirnbereiche (vgl. Ross, 2009):

  • Amygdala (Mandelkern): Teil des limbischen Systems, der für Emotionen zuständig ist.
  • Hippocampus: Teil des limbischen Systems, der für Emotionen und Gedächtnis zuständig ist.
  • Vorderer zingulärer Cortex: zuständig für Aufmerksamkeit und Wachheit
  • Hypothalamus und Mittelhirn: zuständig für die vegetative Steuerung